Einberufungsbefehl widerrufen?

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Niklas2105
Jungzivi
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Einberufungsbefehl widerrufen?

Beitrag von Niklas2105 »

Hallo, vielleicht kann mir hier jemand helfen.

Ich habe vor 2 Tagen meinen Einberufungsbefehl erhalten. Ich habe leider verpasst einen Antrag zu stellen auf Zivildienst weshalb ich nun zum Heer muss.
Sie müssen sich vorstellen, ich bin sehr untergewichtig, mir fällt es schwer längere Zeit eine Tätigkeit zu machen (Laufen, Sport, ...) wodurch ich ich zwar tauglich bin, aber mir wurde gesagt nur Stufe 4 (was auch immer das nun heißen soll). Die Ärztin bei der Stellung meinte außerdem, dass sie normalerweise jemanden wie mich untauglich geschrieben hätte, aber nun durch die neuen Stufen nicht mehr.

Ich habe in den letzen 2-3 Monaten außerdem eine relativ schlimme Depression entwickelt. Und nein das ist keine Phase, ich habe schon seit 3 Jahren schlechte Gedanken. Ich habe noch mit keinem darüber gesprochen, aber ich habe eigentlich keine Lust irgendwas zu machen, auch das einfache "leben" fällt mir schwer. Bei der Stellung hatte ich auch das Gefühl, dass die Ärztin bei unserem Gespräch und bei den Fragen wusste, dass etwas nicht passt, jedoch spielte ich bisschen vor, dass eh alles ok ist.

Meine Frage ist nun, ob ich noch irgenwas machen kann, um nicht zum Bundesheer zu müssen. Mir ist klar, dass ich spät dran bin und es ist auch meine Schuld, dass ich nun in der Lage bin, jedoch bin ich glaube nicht fähig die Grundausbildung dort zu überleben.

Würde es etwas bringen tatsächlich meine Depression von einem Arzt bestätigen zu lassen und damit eine Anfrage stellen auf eine erneute Stellung?

Falls ich aber nun tatsächlich zum Bundesheer müsste und das alles egal ist, wird dort Rücksicht auf schwächere genommen? Muss ich jeden Tag wie die sportlichen mitlaufen etc.?

Ich bin momentan sehr hilflos. Jeder Kommentar hilft. Danke.
Azby
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Re: Einberufungsbefehl widerrufen?

Beitrag von Azby »

Für die Zivildiensterklärung ist es zu spät.
Du kannst grundsätzlich eine neuerliche Stellung beantragen, wenn du neue Anhaltspunkte vorbringen kannst, die eine Änderung der Eignung erwarten lassen. Auch dieser Antrag ist aber mit Erlassung des Einberufungsbefehls nicht mehr zulässig. Das hindert dich aber nicht daran, eine neuerliche Stellung anzuregen. Dies hat jedoch die Konsequenz, dass du keinen Rechtsschutz gegen die Ablehnung hast (anders als bei einem Antrag, über den mit Bescheid abzusprechen wäre). Spätestens wenn du dort erscheinst und aufgrund deines Zustandes ersichtlich sein sollte, dass du die geforderte Mindestleistung unmöglich erbringen kannst, müsste darauf Rücksicht genommen werden. Zumindest in der Theorie. Praktisch kann dir natürlich keiner sagen, ob genau dort, wo sie dich hinschicken nicht ein übermotivierter Ausbildner ist, der der Ansicht ist, dass jeder die von ihm geforderte Leistung bringen kann, wenn man ihn nur ausreichend "motiviert". Gruppenzwang und Mobbing (durch Überwälzung von Aufgaben auf die anderen Wehrpflichtigen, die sich dann entsprechend bei dir bedanken, weil sie mehr leisten müssen, als wenn du einfach machen würdest, was von dir verlangt wird), könnten hier als mMn äußerst unlautere Methoden zur "Motivation" eingesetzt werden.
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