Zivildienst mit Bewährung, offenen Strafen, Maßnahme nach §51

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SuppenKasperl
Jungzivi
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Zivildienst mit Bewährung, offenen Strafen, Maßnahme nach §51

Beitrag von SuppenKasperl »

Servus Leute,

Ich würde gerne mit Anfang Februar zum Zivildienst antreten. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob das in meinem Fall so funktioniert, wie ich mir das vorstelle.

In den letzten Jahren ist mir die Kontrolle über mein Leben leider etwas entglitten, wodurch ich dann Anfang Oktober letzten Jahres in Haft gekommen bin. Vom Gericht wurde ich wegen etlicher Suchtgiftdelikte zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren (1J. unbedingt), sowie 5 Jahren Bewährung verurteilt. Zusätzlich zur Haftstrafe muss ich mich einer Suchtgiftentwöhnungstherapie unterziehen.
Aufgrund einer bedingten Entlassung nach 2/3 der unbedingten Strafe, konnte ich schon im August mit der Therapie beginnen und werde diese voraussichtlich am 3. Februar 2022 abschließen.
Nach Abschluss der Therapie würde ich gerne so bald wie möglich zum Zivildienst antreten. Dazu habe ich mir derweil ein paar Stellen rausgesucht, unter anderem beim BM für Kriesen- & Katastrophenmanagement, August Aichhorn-Haus, Hilfswerk Wien, ... . Mein Plan wäre jetzt einfachmal einige Bewerbungen zu verschicken.

Aber:
1.) bis 11.5.23 habe ich noch eine offene Haftstrafe
2.) bis 11.5.26 habe ich noch Bewährung
3.) in meinem Leumund ist die Verurteilung natürlich vermerkt
4.) habe ich eine Vergangenheit als Drogenabhängiger. Was spätestens dann klar ist, wenn man erfährt, dass ich wegen der Therapie nicht persönlich zu einem Gespräch erscheinen kann.

Kann man trotz dieser 4 Punkte den Zivildienst z.B. bei einem Ministerium ableisten? Bzw. gibt es generell Stellen, die in dem Fall nicht möglich sind?
Ich denke da an z.b: Arbeit mit Medikamenten wegen der Drogenvergangenheit, Stellen bei Ministerien, oder mit Kindern/Jugendlichen wegen der Strafen, etc.

Würde mich freuen, wenn mir da jemand weiterhelfen kann.
Danke!

lg,
SuppenKasperl
Azby
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Re: Zivildienst mit Bewährung, offenen Strafen, Maßnahme nach §51

Beitrag von Azby »

Die Verurteilung und die Probezeiten sind grundsätzlich kein Hinderungsgrund für eine Zuweisung. Von einer Zuweisung ausgeschlossen wärst du nach § 12 ZDG nur wenn du in Haft oder Anhaltung wärst oder nach einer Verurteilung einen Strafaufschub oder eine Strafunterbrechung bewilligt erhalten hättest.

Über die Zuweisung entscheidet die ZISA, die Einrichtung kann sich die Zivildiener nur bedingt aussuchen, und zwar durch eine Anforderung. Wenn sich für eine Einrichtung freiwillig keine Zivildienstpflichtigen melden, muss die ZISA irgendwen zuweisen, den die Einrichtung dann nicht einfach ablehnen kann.
Die Ableistung des Zivildienstes wäre in deiner jetzigen Situation daher grundsätzlich möglich.
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