Zivildienst Drogen test

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Hans eder1
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Zivildienst Drogen test

Beitrag von Hans eder1 »

Hallo,

ich komme bald zum Österreichischen Roten Kreuz als Zivildiener und davor ist noch eine Untersuchung in Tulln.
Mich würde interessieren ob dort die Urin Probe auf Thc Untersucht wird.

Danke im Voraus.

mfg
Hans
thomas007
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Re: Zivildienst Drogen test

Beitrag von thomas007 »

Hallo,

was das RK in Tulln untersucht kann ich dir nicht sagen, und wird auch sonst hier wohl keiner wissen. Was ich dir sagen kann: für derartige Drogentests gibt es keine gesetzliche Grundlage, also wenn du dich weigerst eine Probe abzugeben gibt es rechtlich (!) keine Handhabe gegen dich. Das ganze Theater scheint überhaupt in deiner Freizeit stattzufinden (sogar noch vor Dienstantritt...), in dem Fall musst du überhaupt nicht hingehen.

Praktisch gesehen machst du dich damit beim RK natürlich nicht beliebt, und nachdem sie genug andere Lemminge haben die alles über sich ergehen lassen würde das für dich wahrscheinlich keine schöne Zeit werden. Daher kann ich es auch nachvollziehen wenn man sich nicht gegen jede Ungerechtigkeit wehrt. Ob es sinnvoll ist eine Urinprobe abzugeben obwohl du das Ergebnis eines etwaigen Drogentests kennst musst du selbst entscheiden.


lg Thomas
georgge
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Re: Zivildienst Drogen test

Beitrag von georgge »

Völliger Unsinn, die Einrichtung kann bei Verdacht jederzeit eine Zuweisung zum Vertrauensarzt der Einrichtung veranlassen, welcher einen Drogentest anordnen kann. Ist auch schon öfter vorgekommen dass der Test angeordnet wurde. Der Zivi wird dann aus dem Dienst entlassen ohne Anrechnung der abgeleisteten Dienstzeit.
Azby
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Re: Zivildienst Drogen test

Beitrag von Azby »

georgge hat geschrieben:
> Völliger Unsinn, die Einrichtung kann bei Verdacht jederzeit eine Zuweisung
> zum Vertrauensarzt der Einrichtung veranlassen, welcher einen Drogentest
> anordnen kann. Ist auch schon öfter vorgekommen dass der Test angeordnet
> wurde. Der Zivi wird dann aus dem Dienst entlassen ohne Anrechnung der
> abgeleisteten Dienstzeit.

In diesem Thread aus dem Jahr 2014 (!) ging es um eine Untersuchung, die noch vor Wirksamkeit der Zuweisung stattfinden sollte. In diesem Fall kann die Einrichtung (eigentlich: der Vorgesetzte) _gar nichts_ anordnen, da er (noch) nicht dein Vorgesetzter ist.

Dessen ungeachtet kann der Vorgesetzte nicht "bei Verdacht" "eine Zuweisung" zum Vertrauensarzt veranlassen, sondern kann bei _begründeten Zweifeln_ an der Dienstfähigkeit dem ZDL auftragen, sich unverzüglich der Untersuchung durch den Vertrauensarzt zu unterziehen. Dieser wiederum darf dann aber nur die Dienstfähigkeit prüfen. Ob da ein Urintest erforderlich ist, ist eine andere Frage. Jedenfalls unterliegt auch der Vertrauensarzt der ärztlichen Schweigepflicht, darf daher keinesfalls eine konkrete medizinische Diagnose an den Vorgesetzten weitergeben. Er darf diesem nur das grundsätzliche Ergebnis (dienstfähig oder nicht) mitteilen, wobei auch aus dem Kalkül des Vertrauensarzt keine unmittelbaren rechtlichen Folgen resultieren.

Eine Entlassung aufgrund einer festgestellten Dienstunfähigkeit könnte nur die ZISA mit Bescheid aussprechen (wofür sie zunächst ein amtsärztliches Gutachten einholen müsste, da der privat von der Einrichtung beauftragte Vertrauensarzt idR keine Gewähr für eine unvoreingenommene Sachverhaltsfeststellung bietet); dafür dass eine solche Entlassung "ohne Anrechnung der abgeleisteten Dienstzeit" stattfindet, gibt es keine Rechtsgrundlage, deine Ausführungen sind daher falsch. Nicht angerechnet würde lediglich die Zeit, in der man sich krank meldet, ohne das innerhalb der gesetzlichen Fristen zu melden/bescheinigen oder der Aufforderung, sich der Untersuchung durch den Vertrauensarzt zu unterziehen nicht nachkommt. Das ist aber wieder etwas gänzlich anderes.
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